Finalist

TILMAN KÜNTZEL

Audiovisuelle Rauminszenierung mit Lüster


Ein großer Kristallglas-Kronleuchter liegt, wie von der Decke gefallen, auf dem Boden. Im Inneren flackern 40 Glühbirnen. Das Licht der Glühbirnen bricht sich in den Glaskristallen, sodass sich spektralfarbene, tanzende Lichtbewegungen an den Wänden und der Decke des Raumes abzeichnen. In Entsprechung dazu sind leise die Schaltgeräusche, die das Flackern generieren, im Raum hörbar.

Die Lichtbewegungen sind dynamisch und generieren sich selbstständig durch Fehlschaltungen. Hierbei wird jeweils ein Starter aus Leuchtstoffröhren in den Stromkreislauf zweier Glühbirnen montiert.

Biografie / Tilman Küntzel

Seit seinem Studium der Freien Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Claus Böhmler und Ernst Mitzka widmet Tilman Küntzel sich Fragen der Wahrnehmung und der Erzeugung von Signalquellen. Auf die ortsspezifische Einrichtung seiner multimedial in Erscheinung tretenden Installationen legt er dabei besonderen Wert – ganz ohne Lärm und ohne jeglichen Provokationsgestus. Küntzels grenzüberschreitendes und hedonistisch-experimentelles Betätigungsfeld im Zwischenbereich von Wissenschaft und Kunst reicht von graphischen Arbeiten zu multimedialen Objekten und Raumanimationen an spezifischen Orten, sowie Hörstücken und Videoarbeiten die international auf Festivals gespielt werden.

Finalist

VROEGOP/SCHOONVELD

Lichtkunst Installation ‘ECHO, turning the light around’

Die Installation ‘ECHO, turning the light around’ besteht aus 200 stehenden, drehenden Lampen mit einem schwarz weiß kariertem Muster, nah aneinander platziert, die die Form einer 8 bilden. Zwei angrenzende Kreise überlappen sich – ein monumentales Zeichen der Ewigkeit. Das Drehen der Lampen erschafft den Eindruck eines langen, ununterbrochenen Flusses. Die Arbeit ist ein Echo minimalistischer Kunst und Musik, wo Werke durch verblüffende Einfachheit charakterisiert sind.

Das künstlerische Ziel ist es, eine faszinierende Welt zu konstruieren, in der die Besucher vom stetigen Rhythmus von Licht und Dunkelheit hypnotisiert werden. Besucher sind dazu eingeladen die Lichtskulptur nicht nur zu betrachten, sondern sie auch zu begehen und Licht und Bewegung zu erleben. Das Konzept basiert auf aktuellen sozialen, politischen und kulturellen Themen der Konstruktion des ‚Selbst‘ – Wir sind was wir sehen, unsere Umwelt formt uns. ‚Turning the light around‘ kommt vom Taoismus und beschreibt die Methode der Meditation welche dem Bewusstsein, dass alles was außen ist auch in uns ist, eine große Wichtigkeit verleiht. Ein Echo also.

Die Installation ist ein Beispiel der Methodik und der Recherche von Vroegop/Schoonveld. Charakterisiert durch die Arbeit mit Standards, modularen Produktionsmethoden, Klischees, Wiederholung und Serie.

Biografie / Vroegop/Schoonveld

Das in Groningen lebende holländische Künstler-Duo Vroegop/Schoonveld lebte und arbeitete in den letzten Jahren in China, USA und Spanien. Letzte Ausstellungen ihrer Arbeiten waren an Orten wie: World Expo Shanghai 2010 (Repräsentation der Niederlande im Holländischen Kulturzentrum), C-Space Gallery Beijing, UCCA Museum Beijing 798, Chinese European Art Centre Xiamen China, Stedlijk Museum Amsterdam NL, Tschumi Pavillon Groningen NL. Das Duo ist eng verknüpft mit Kunstlehre als Projekt und Gasttutorien in China und den Niederlanden. 2016 präsentierten die Künstler eine Lichtskulptur beim Kunstverein Diepenheim NL. Sie arbeiteten an einem Bildungsprojekt der Academy for Art and Design Utrecht, Enschede, Groningen. Es gibt mehrere Publikationen zu ihrer Arbeit. – Die Methode und Recherche von Vroegop/Schoonveld ist charakterisiert durch die Arbeit mit Standards, modularen Produktionsmethoden, Klischees, Wiederholung und Serie. Die Arbeit erzielt dadurch Aspekte wie Identität und Existenz und stellt Fragen über die Ideologie unserer Kultur in der Exklusivität, Autonomie, ein persönlicher Stil und Charakter dominieren. Die Künstler experimentieren mit dem enormen Potential von Licht und Bewegung.

Finalist

SATORU TAMURA

Point of Contact for Unna

“Point of contact for Unna” ist, um es einfach zu sagen, ein offener und übergroßer elektrischer Schalter. Messingstangen hängen an einer Leine und erzeugen blaue Funken wenn Sie mit der Stahlplatte in Berührung kommen. Der funkensprühende „Point of contact“ bringt Glühlampen zum Leuchten, die durch elektrische Ladungen verknüpft sind. Dies belegt physikalisch den elektrischen „Point of contact“. Dieser sehr natürliche Kreislauf wiederholt sich unbestimmt selbst. Die Arbeit besteht aus zwei Lichtformen:

  • Glühlampen – das älteste elektrische Licht, erfunden von Joseph Wilson Swan. Dieses primitive, 3.000-4.000 Watt starke Licht hat keinen Zweck, es repräsentiert sich als leuchtende Erscheinung selbst.
  • Das Licht des „Point of contact“ sind die Funken, ausgehend vom unkontrollierten Kontakt der Messingstange mit der Stahlplatte

Die Säule aus Glühlampen wird im hinteren Bereich, das System des „Point of Contact“ mittig zur Säule und zum Betrachter platziert. Der Betrachter kann so gleichzeitig das flackernde Licht und die Funken sehen.

Satoru Tamura‘s Arbeit hat keine Bedeutung, keinen Zweck und kein Argument. Der Künstler will sich von diesen Zuordnungen lösen und seine Arbeit von solchen Gedanken, Prinzipien und Gesetzen unabhängig machen. Er möchte die Arbeit einfach so lassen wie sie ist. Satoru Tamura definiert Licht nicht als Technologie, sondern als Phänomen. Elektrizität fließt und die Lichter gehen an. Die Arbeit erinnert uns an den Prozess wie Elektrizität von einem Kraftwerk über Hochspannungsleitungen und Transformatoren im Museum zu Licht wird, die Umgebung beleuchtet und wieder zurück in die Erde kehrt. Die Glühlampensäule formt eine zylindrische Form, die auf dem Boden reflektiert wird. Der Boden ist von Zinkplatten bedeckt, welche die Reflektion wie eine Lichtsäule unter der Erde scheinen lässt. Das Flackern des intensiven Lichts und die große Anhäufung an Kabeln machen den Betrachter benommen und locken ihn in das elektrische Labyrinth.

Biografie / Satoru Tamura

Satoru Tamura ist ein Multimedia-Künstler der Skulpturen, kinetische Kunst, Videoarbeiten und Installationen mit Elektrizität und Licht kreiert. Seine Kunstwerke basieren auf dem Thema der “Vernichtung der Bedeutung”, um Werke von puren, reinen Ideen, ohne Hintergrund anzustreben. Die Vernichtung geschieht mit Leichtigkeit, niemals mit Strenge. Sie kann sogar unterhaltsam sein. In seinen Arbeiten zerstört er den Sinn konstruktiv oder erschafft eine Situation, der keine Bedeutung anheftet. Er versucht von Bedeutung, Etablierung und dem Zweck des Materials und seiner Form befreit zu bleiben. Vielleicht sind Bedeutungen, Etablierungen und Zwecke von Dingen unsere üblichen Maßeinheiten um uns selbst mit der Gesellschaft zu verknüpfen. Sie verschmelzen in unserem Kopf, noch bevor man es bemerkt. Der Künstler zerstört diese Einheiten bewusst in seinen Arbeiten. Und wenn die Bedeutungen, die Etablierungen und die Zwecke eines Objektes ignoriert oder verloren sind, erst dann wird das Objekt wirklich “nur das Objekt” sein. “Was macht man daraus” ist wohl eine der wichtigsten Entscheidungen von Künstlern, die von Satoru Tamura jedes Mal sehr einfach getroffen werden. Trotz dessen ist größte Vorsicht gebeten, wenn man etwas einfach so präsentiert wie es ist.

April 2016
Ausschreibung
14. August 2016
Deadline Konzepte
Oktober 2016
Jury wählt die 3 Finalisten
Oktober 2016 - März 2017
Finalisten realisieren ihre Konzepte
21. April 2017
Preisverleihung + Eröffnung der begleitenden Ausstellung in Unna für geladene Gäste
22. April 2017
Familienfest zur Eröffnung der ILAA-Wechselausstellung
03. September 2017
Ausstellung “The Future of Light Art” schließt

News

Museum
Zentrum für Internationale
Lichtkunst Unna


Lindenplatz 1
59423 Unna

Deutschland
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Fon: +49 2303 103 770
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